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Bekanntmachung des Innovationsausschusses beim Gemeinsamen Bundesausschuss - FuE-Projekte zur themenspezifischen Förderung zur Weiterentwicklung der Versorgung in der gesetzlichen Krankenversicherung

  • 8. Juli
  • 2 Min. Lesezeit

Mit einer neuen themenspezifischen Förderbekanntmachung unterstützt der Innovationsausschuss (IA) beim Gemeinsamen Bundesausschuss (G-BA) Versorgungsforschungsprojekte, die zu einer Verbesserung der Gesundheitsversorgung in der gesetzlichen Krankenversicherung beitragen. Gefördert werden innovative Forschungsvorhaben mit hoher Praxisrelevanz, die Versorgungslücken identifizieren, neue Lösungsansätze entwickeln und Erkenntnisse für die Weiterentwicklung der Regelversorgung liefern. Besonderes Augenmerk liegt auf der unmittelbaren Anwendbarkeit der Ergebnisse in der Patientenversorgung, der Einbindung von Patientinnen und Patienten sowie auf Digitalisierung, sektorenübergreifender Versorgung und gesundheitsbezogener Chancengleichheit.



Die Förderung konzentriert sich auf vier Themenfelder:

1. Bedarfsorientierte Steuerung in der ambulanten psychiatrisch-psychotherapeutischen Versorgung

Gesucht werden Forschungsprojekte, die bestehende Steuerungsinstrumente in der psychiatrischen und psychotherapeutischen Versorgung untersuchen oder neue Ansätze für eine bedarfsgerechte Versorgung entwickeln. Im Fokus stehen unter anderem die Verbesserung von Erst- und Dringlichkeitseinschätzungen, die Optimierung bestehender Instrumente wie der psychotherapeutischen Sprechstunde, transparente Termin- und Zuweisungsmodelle sowie die bessere Vernetzung zwischen ambulanter, stationärer und psychosozialer Versorgung.


2. Patientenschulungen für Disease-Management-Programme (DMP)

Gefördert werden Vorhaben zur Entwicklung, Weiterentwicklung und Evaluation von Patientenschulungen für chronische Erkrankungen. Ziel ist es, das Selbstmanagement, die Therapieadhärenz und die Gesundheitskompetenz von Patientinnen und Patienten zu stärken. Besonderes Interesse besteht an Schulungskonzepten für Indikationen wie Brustkrebs, Depression, chronische Herzinsuffizienz, chronischen Rückenschmerz, Osteoporose oder Adipositas. Digitale Lösungen können eingebunden werden, sofern sie nicht ausschließlich auf technische Entwicklungen abzielen.


3. Patientenzentrierte Entscheidungen zu invasiven Maßnahmen bei hochbetagten und gebrechlichen Menschen

Dieses Themenfeld adressiert die Frage, wie Nutzen und Risiken invasiver medizinischer Maßnahmen – beispielsweise Chemotherapien, invasive Beatmung, Dialyse oder Herzklappenimplantationen – besser bewertet werden können. Gefördert werden Projekte zur Entwicklung und Evaluation von Entscheidungs- und Prognoseinstrumenten, die medizinische, ethische und individuelle Patientenpräferenzen stärker in Behandlungsentscheidungen einbeziehen.


4. Ausmaß, Art und Auswirkungen bereits genutzter KI-Anwendungen in der Gesundheitsversorgung

Im Fokus stehen Forschungsprojekte, die den tatsächlichen Einsatz von Künstlicher Intelligenz im Gesundheitswesen untersuchen. Dazu gehören beispielsweise KI-Anwendungen in der Radiologie, bei der medizinischen Dokumentation oder in klinischen Entscheidungsprozessen. Ziel ist es, ein umfassendes Bild über Nutzung, Nutzen, Herausforderungen und Rahmenbedingungen von KI in der Versorgung zu gewinnen. Die Entwicklung neuer KI-Anwendungen ist ausdrücklich nicht Gegenstand der Förderung. Für Projekte in diesem Themenfeld wird eine kurze Laufzeit von maximal 24 Monaten angestrebt.


Antragsberechtigt sind grundsätzlich wissenschaftliche Einrichtungen, Hochschulen, Forschungseinrichtungen, Leistungserbringende im Gesundheitswesen sowie weitere Akteure mit entsprechender wissenschaftlicher Expertise. Die Förderung erfolgt in einem einstufigen Verfahren. Vollständige Anträge müssen bis zum 20. Oktober 2026, 12:00 Uhr, elektronisch über das Antragsportal des DLR Projektträgers eingereicht werden.


Für die Versorgungsforschung stehen im Innovationsfonds 2026 insgesamt 20 Millionen Euro zur Verfügung. Eine maximale Fördersumme pro Projekt wird nicht vorgegeben. Die beantragten Mittel müssen angemessen und nachvollziehbar begründet werden. Für das Space2Health-Netzwerk ergeben sich insbesondere Anknüpfungspunkte in den Bereichen digitale Gesundheit, KI-Anwendungen, datenbasierte Versorgung, Telemedizin sowie innovative Versorgungsstrukturen für chronische und psychische Erkrankungen.


Wenn Sie bereits eine Projektidee entwickeln und hierfür Kontakte im Space2Health-Netzwerk suchen, unterstützen wir Sie gerne bei der Vernetzung, Partneridentifikation und Konsortialbildung unter support@space2health.de


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