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ESA Ausschreibung für biomedizinische und psychologische Forschung an der Concordia-Station in der Antarktis

29. Sept.
2 Min. Lesezeit

Die Europäische Weltraumorganisation (ESA) hat gemeinsam mit dem französischen Polarinstitut IPEV und dem italienischen Antarktisprogramm PNRA eine neue Ausschreibung für biomedizinische und psychologische Forschungsprojekte an der Concordia-Station in der Antarktis veröffentlicht. Ziel ist es, wissenschaftliche Fragestellungen zu untersuchen, die für zukünftige bemannte Missionen zum Mond, Mars und darüber hinaus von Bedeutung sind.


Die Concordia-Station gilt als eines der isoliertesten Forschungszentren der Erde. Während der rund zehnmonatigen Winterperiode leben und arbeiten lediglich 12 bis 16 Personen unter Bedingungen extremer Isolation, eingeschränkter medizinischer Versorgung, monatelanger Dunkelheit und hoher Umweltbelastungen. Diese Bedingungen ähneln in vielerlei Hinsicht den Herausforderungen zukünftiger Langzeitmissionen im Weltraum und machen Concordia zu einer wichtigen Forschungsplattform für die Humanraumfahrt.

 

Die Ausschreibung richtet sich an Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler, die die Anpassungsfähigkeit des Menschen an extreme Umgebungen untersuchen möchten. Dabei stehen insbesondere Forschungsfragen im Zusammenhang mit der körperlichen und psychischen Gesundheit, der Leistungsfähigkeit sowie dem Zusammenleben und Arbeiten kleiner Teams unter außergewöhnlichen Bedingungen im Mittelpunkt.

 

Mögliche Forschungsschwerpunkte umfassen:

  • Psychische Gesundheit, Wohlbefinden und kognitive Leistungsfähigkeit

  • Teamdynamik, Zusammenarbeit und soziale Interaktionen

  • Schlaf, Chronobiologie und physiologische Anpassungsprozesse

  • Ernährung, Bewegung und metabolische Gesundheit

  • Integriertes Gesundheitsmonitoring und Predictive Health

  • Immunologie, Mikrobiomforschung und Mensch-Umwelt-Interaktionen

  • Medizinische Autonomie und Gesundheitsversorgung in isolierten Umgebungen

  • Entwicklung und Validierung von Gegenmaßnahmen zur Erhaltung von Gesundheit und Leistungsfähigkeit


Antragsberechtigt sind wissenschaftliche Einrichtungen aus den ESA-Mitglieds- und assoziierten Staaten, die am Programm European Exploration Envelope Programme (E3P) teilnehmen. Dazu gehören unter anderem Deutschland, Frankreich, Italien, Österreich, Belgien, die Niederlande, die Schweiz, das Vereinigte Königreich sowie weitere europäische Partnerländer.


Die ausgewählten Projekte erhalten Zugang zur Concordia-Forschungsplattform und können ihre Studien während der Antarktisüberwinterungen durchführen. Die wissenschaftlichen Teams werden dabei vor Ort durch einen speziell ausgewählten Forschungsarzt der ESA unterstützt. Eine direkte Finanzierung der Forschungsvorhaben durch die ESA ist jedoch nicht vorgesehen. Die Finanzierung der wissenschaftlichen Arbeiten muss über nationale Förderorganisationen, Universitäten oder andere Fördermittelgeber erfolgen.

 

Die wissenschaftliche Begutachtung erfolgt anhand der Kriterien wissenschaftliche Relevanz, methodische Qualität, Machbarkeit, zukünftige Wirkung für Raumfahrt und Gesellschaft sowie Eignung der Forschungsplattform. Besonders wichtig ist dabei die Begründung, warum die Forschungsfrage speziell an der Concordia-Station untersucht werden muss und nicht in einer herkömmlichen Laborumgebung bearbeitet werden kann.

 

Wichtige Termine:

  • Veröffentlichung der Ausschreibung: 10. Juli 2026

  • Virtuelle Informationsveranstaltung (Q&A): 14. September 2026

  • Einreichungsfrist für Vollanträge: 2. November 2026

  • Frühestmögliche Umsetzung ausgewählter Projekte: Winterüberwinterung 2029

 

Weitere Informationen finden Sie hier.

 
 
 

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