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Bekanntmachung der Richtlinie zur Förderung von Forschungsprojekten zum Thema „Innovative Datenanalysen für Frauengesundheit und geschlechtersensible Medizin“

  • 12. Juni
  • 2 Min. Lesezeit

Der Förderaufruf des Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt zielt auf die Unterstützung innovativer Forschungsprojekte im Bereich „Innovative Datenanalysen für Frauengesundheit und geschlechtersensible Medizin“. Ausgangspunkt ist die Feststellung, dass die Digitalisierung und die zunehmende Verfügbarkeit hochwertiger Gesundheitsdaten erhebliche Potenziale für eine bessere, personalisierte und effizientere medizinische Versorgung bieten. Gleichzeitig bestehen jedoch deutliche Defizite in der Datenlage zugunsten von Männern, der sogenannte Gender Data Gap, der zu Verzerrungen in Diagnostik, Therapie und Prävention führt.

Ziel der Fördermaßnahme ist es daher, durch moderne datenwissenschaftliche Ansätze – insbesondere KI-gestützte Verfahren, In-silico-Modelle und datengetriebene Analysen – bestehende Datensätze besser nutzbar zu machen und geschlechtsspezifische Verzerrungen systematisch zu identifizieren, zu reduzieren und transparent zu machen. Damit soll die Grundlage für eine stärker geschlechtersensible und evidenzbasierte Medizin geschaffen werden, insbesondere im Bereich der Frauengesundheit. Ein besonderer Fokus liegt auf der Nutzung bereits vorhandener Daten aus nationalen Forschungsdateninfrastrukturen wie der Medizininformatik-Initiative (MII), dem Netzwerk Universitätsmedizin (NUM) oder der NAKO-Gesundheitsstudie, wobei keine neuen Primärdaten erhoben werden sollen.

Gefördert werden ausschließlich inter- und transdisziplinäre Einzelprojekte, die datenwissenschaftliche Expertise (z. B. Data Science, Medizininformatik, KI) mit klinischer Expertise der Frauengesundheit beziehungsweise geschlechtersensiblen Medizin verbinden. Inhaltlich stehen zwei zentrale Ansätze im Vordergrund: Zum einen die Verbesserung und Optimierung bestehender Datensätze hinsichtlich Repräsentativität und Datenqualität, insbesondere im Hinblick auf Frauen, sowie die Entwicklung geeigneter Trainings-, Validierungs- und Testdatensätze für KI-Anwendungen. Zum anderen die Entwicklung und Validierung von Methoden zur Analyse und Erkennung geschlechtsspezifischer Verzerrungen in Algorithmen und KI-Modellen. Nicht gefördert werden hingegen Projekte, die neue Daten erheben, klinische Studien durchführen, reine Methodenentwicklung ohne klinischen Bezug verfolgen oder keinen klaren Bezug zur Frauengesundheit bzw. geschlechtersensiblen Medizin aufweisen. Ebenso ausgeschlossen sind Verbundprojekte; gefördert werden nur Einzelvorhaben mit klarer interdisziplinärer Struktur.


Antragsberechtigt sind staatliche und staatlich anerkannte Hochschulen sowie außeruniversitäre, nichtwirtschaftlich tätige Forschungseinrichtungen. Unternehmen sind nicht antragsberechtigt. Bei gemischt tätigen Einrichtungen ist eine klare Trennung zwischen wirtschaftlicher und nichtwirtschaftlicher Tätigkeit zwingend erforderlich. Voraussetzung ist zudem ein interdisziplinäres Projektteam, das neben datenwissenschaftlicher und klinischer Expertise auch die jeweils relevante Fachmedizin abdeckt. Die Projekte sollen zudem nachweisen, dass geeignete Datensätze bereits zu Projektbeginn verfügbar sind oder durch entsprechende Datenzugänge gesichert werden können. Die Nutzung erfolgt ausschließlich innerhalb Deutschlands, der EU oder der Schweiz. Ergänzend wird erwartet, dass Diversität innerhalb der Patientengruppen berücksichtigt, Patientinnen- oder Nutzerperspektiven einbezogen und Ergebnisse für die spätere Anwendung in Versorgung und Forschung transferfähig aufbereitet werden.


Die Antragstellung erfolgt einstufig und muss spätestens bis zum 9. August 2026 beim vom Ministerium beauftragten Projektträger, dem DLR Projektträger, über das elektronische System „easy-Online“ eingereicht werden.


Weitere Informationen, einschließlich der vollständigen Bekanntmachung, finden sich unter: https://www.bmftr.bund.de/SharedDocs/Bekanntmachungen/DE/2026/06/2026-06-10-bekanntmachung-frauengesundheit.html?view=renderNewsletterHtml


Wenn bereits eine Projektidee besteht und hierfür Partner im Netzwerk benötigt werden, unterstützt das Space2Health weiterhin aktiv bei der Vernetzung und Konsortialbildung unter support@space2health.de.


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