Bekanntmachung der Richtlinie zur Förderung von Projekten zum Thema „MedTech for Women – Innovationswettbewerb zur Verbesserung der Frauengesundheit“
- 23. März
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Fortschrittliche Medizintechnik und datenbasierte Gesundheitslösungen sind zentrale Treiber für eine präzisere und effizientere medizinische Versorgung. Gleichzeitig bestehen weiterhin strukturelle Defizite in der Berücksichtigung geschlechtsspezifischer Unterschiede in Forschung und Entwicklung, die sich negativ auf die Aussagekraft von Daten sowie auf Diagnostik und Therapie auswirken – ein Umstand, der ebenfalls in Bereichen wie der Raumfahrt sichtbar wird, in denen Astronautinnen bislang unterrepräsentiert sind. Der Förderaufruf adressiert ein bislang oft unterrepräsentiertes Feld: die geschlechterspezifische Medizin. Insbesondere der Einsatz moderner Technologien wie Künstlicher Intelligenz (KI), innovativer Medizintechnik und datenbasierter Diagnostik soll dazu beitragen, Diagnosen zu verbessern, Therapien präziser zu gestalten und den sogenannten Gender Data Gap zu reduzieren.

Gefördert werden interdisziplinäre Forschungs- und Entwicklungsvorhaben, die disruptive Technologien zur Verbesserung der Frauengesundheit entwickeln. Im Fokus stehen Projekte mit hoher Innovationshöhe und klarer Perspektive für eine spätere Markteinführung. Inhaltlich konzentriert sich die Förderung auf drei medizinische Fachbereiche:
Gynäkologie (z. B. polyzystisches Ovarialsyndrom, Vaginalgesundheit, Vulvodynie)
Neurologie (z. B. katameniale Epilepsie, Demenz)
Klinische Immunologie (z. B. Multiple Sklerose, Lupus erythematodes)
Technologisch sind vielfältige Ansätze möglich, darunter:
KI-basierte Diagnose- und Therapiesysteme
innovative Sensorik und Biomarker-Analysen
adaptive Wirkstofffreisetzung
Neuromodulation und personalisierte Therapieansätze
Ziel ist es, neue Diagnose- und Therapielösungen zu entwickeln, die eine frühere Erkennung von Erkrankungen, eine höhere Therapiegenauigkeit sowie eine bessere Verträglichkeit ermöglichen. Auch die Entwicklung repräsentativer Datensätze zur Verbesserung von KI-Anwendungen ist ausdrücklich erwünscht.
Nicht gefördert werden insbesondere Projekte, die:
ausschließlich auf Wearables in Kombination mit Smartphone-Apps basieren
reine Consumer-Anwendungen oder Apps darstellen
Frauengesundheit nur randständig adressieren
primär auf die Erforschung von Krankheitsmechanismen abzielen
ausschließlich Daten erheben, ohne konkrete Anwendungsperspektive
auf pharmakologische Wirkstoffentwicklung fokussiert sind
lediglich klinische Prüfungen durchführen
primär die Zulassung eines bestehenden Medizinprodukts verfolgen
Antragsberechtigt sind verschiedene Akteure entlang der Innovationskette, darunter:
Hochschulen und Forschungseinrichtungen
Unternehmen der gewerblichen Wirtschaft (inkl. Start-ups und KMU)
Krankenhäuser und medizinische Einrichtungen
Verbände und Vereine
Privatpersonen sind hingegen nicht antragsberechtigt.
Besonders wichtig ist die interdisziplinäre Zusammenarbeit zwischen Wissenschaft, Wirtschaft und medizinischer Praxis. Verbundprojekte sind ausdrücklich erwünscht, wobei ein Konsortialkoordinator benannt werden muss. Zudem wird Diversität in den Projektteams begrüßt, insbesondere die Beteiligung von Frauen in Leitungsfunktionen.
Das Antragsverfahren ist zweistufig aufgebaut. In der ersten Phase müssen Projektskizzen eingereicht werden. Die Frist dafür ist der 30. April 2026, 13 Uhr (MESZ). Ausgewählte Projekte werden anschließend zur Einreichung eines förmlichen Förderantrags aufgefordert. Erst danach erfolgt die endgültige Förderentscheidung.
Mit der Abwicklung der Fördermaßnahme hat das BMFTR derzeit folgenden Projektträger beauftragt:
VDI/VDE Innovation + Technik GmbHProjektträgerschaft „Medizintechnik und Gesundheitstechnologien“
Steinplatz 1
10623 Berlin
weitere Informationen unter: https://www.interaktive-technologien.de/foerderung/bekanntmachungen/mt4w/
Wenn Sie bereits eine Idee oder eine Projektskizze haben, jedoch noch nach einem Verbundpartner suchen, melden Sie sich bei uns unter support@space2health.de. Wir helfen Ihnen gerne dabei, passende Verbundpartner im INNOspace Netzwerk Space2Health zu finden.



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