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Bekanntmachung zur Förderung von Forschungsprojekten zu Klinische Validierungsstudien von In-silico-Methoden „e2Health – In-silico-Forschung für die Medizin der Zukunft"

  • 17. Aug.
  • 2 Min. Lesezeit

Mit einer neuen Förderrichtlinie unterstützt das Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt (BMFTR) die klinische Validierung von In-silico-Methoden in der Medizin. Ziel ist es, bereits entwickelte computergestützte Modelle und datenbasierte Methoden aus der Forschung in die medizinische Praxis zu überführen. Dabei sollen insbesondere Verfahren für eine präzisere Diagnostik, Therapie, Patientinnen- und Patienten-Stratifizierung sowie die Vorhersage von Krankheitsverläufen wissenschaftlich validiert werden. Ein besonderer Fokus liegt darauf, die Anwenderfreundlichkeit, die Integration in bestehende Versorgungsprozesse und die Interoperabilität mit vorhandenen IT-Systemen vorzubereiten.



Für Space2Health ist die Fördermaßnahme insbesondere im Bereich digitaler Gesundheit, KI-gestützter Medizin, datengetriebener Diagnostik und personalisierter Versorgung interessant. Auch Anwendungen, bei denen komplexe Gesundheitsdaten mithilfe von Simulationen und computergestützten Modellen ausgewertet werden, bieten Anknüpfungspunkte. Darüber hinaus können sich Schnittstellen zu Raumfahrttechnologien ergeben, beispielsweise bei der Nutzung von KI, digitalen Modellen und datenbasierten Verfahren für medizinische Anwendungen in extremen oder ressourcenlimitierten Umgebungen.


Gefördert werden interdisziplinäre Verbundprojekte, die Kompetenzen aus Computerwissenschaften, In-silico-Modellierung, klinischer Medizin und der Validierung von Methoden miteinander verbinden. Voraussetzung ist, dass bereits eine grundsätzlich entwickelte In-silico-Methode beziehungsweise ein entsprechendes Modell mit patientennahem Bezug vorhanden ist. Die Förderung umfasst zwei Module. Modul 1 richtet sich an technisch-analytische Validierungsstudien, die einen Proof of Concept für bereits bestehende In-silico- oder KI-basierte Methoden erbringen sollen. Dabei können beispielsweise Modelle zur Biomarkeridentifizierung, Bilddiagnostik, Prognose von Krankheitsverläufen oder Therapiepfadempfehlungen validiert und anhand neuer klinischer Datensätze weiterentwickelt werden.


Modul 2 richtet sich an prospektive klinische Validierungsstudien bereits weiterentwickelter In-silico-Methoden. Untersucht werden sollen unter anderem Sicherheit, Wirksamkeit, Sensitivität, Spezifität, prädiktiver Wert und Genauigkeit der Methoden – gegebenenfalls im Vergleich zum bisherigen klinischen Standard. Ziel ist ein konkreter Schritt in Richtung klinischer Anwendung und einer Verbesserung von Diagnose und Behandlung. Methoden, die sich noch in einer frühen Entwicklungs- oder Proof-of-Concept-Phase befinden, sind für Modul 2 nicht geeignet.


Nicht gefördert werden klassische klinische Prüfungen der Phasen I bis IV sowie präklinische Studien, beispielsweise Tierstudien, toxikologische Untersuchungen, In-vitro-Screening oder Drug-Design. Auch reine Backend-Entwicklungen sind kein eigenständiger Fördergegenstand, sondern können nur unterstützend für die strukturierte, interoperable und sichere Nutzung der Daten gefördert werden.


Antragsberechtigt sind staatliche und staatlich anerkannte Hochschulen, außeruniversitäre Forschungseinrichtungen sowie Unternehmen der gewerblichen Wirtschaft. Die Projekte müssen als interdisziplinäre Verbünde angelegt sein und alle für die Bearbeitung notwendigen Partner aus Wissenschaft und Praxis einbinden. Auch Unternehmen, beispielsweise Gerätehersteller, können als Partner beteiligt werden.


Die Projekte können in der Regel über einen Zeitraum von bis zu drei Jahren gefördert werden. Das Antragsverfahren ist zweistufig aufgebaut. In der ersten Stufe müssen Projektskizzen bis spätestens 23. September 2026 eingereicht werden. Die Skizze soll insbesondere die wissenschaftliche Fragestellung, die benötigten Datensätze und Analysemethoden sowie das interdisziplinäre Forschungsteam darstellen. Bei Verbundprojekten ist zusätzlich der geplante Verbund einschließlich der Teilprojekte zu beschreiben.


Mit der Abwicklung der Fördermaßnahme ist der Projektträger für den Programmbereich eHealth, Data Science und Bioethik (PT-eHDB), bestehend aus DLR Projektträger und Projektträger Jülich, beauftragt. Weitere Informationen und die Leitfäden zur Antragstellung sind beim Projektträger Jülich verfügbar.


Wenn Sie bereits eine Projektidee im Bereich In-silico-Methoden, KI-gestützter Medizin oder datengetriebener Gesundheitstechnologien entwickeln und hierfür Partner im Space2Health-Netzwerk suchen, unterstützen wir Sie gerne bei der Vernetzung, Partneridentifikation und Konsortialbildung unter support@space2health.de.


Weitere Informationen finden Sie hier.

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